V E R G E B U N G – Gottes Schachmatt in einem Zug!

Eine Story vom Weltgebetstag der Frauen 2012

Ich möchte hier eine Story erzählen. Eine wahre Geschichte, eine meiner unglaublichen Geschichten über Gottes augenzwinkernde Führung für mich.

Dazu gehören diese Schlüsselworte:

 

Im ersten Akt dieser „wunder“-baren Begebenheit…

NEGATIVE ERFAHRUNG

ANGST

BESTÄTIGUNG DER ERFAHRUNG

ZORN – GROLL

 

Im zweiten Akt…

WELTGEBETSTAG DER FRAUEN

MEINE KREATIVE BEGABUNG

BEREITSCHAFT EIN SEGEN ZU SEIN

UM GESEGNET WERDEN ZU KÖNNEN

Ich will hier erzählen, warum eine negative Erfahrung gepaart mit einer kreativen Vorbereitungsarbeit für einen Weltgebetstag der Frauen letztendlich zu einem großen Segen für mein Leben wurde.

Die Vorgeschichte, für die ich das Schlagwort Negative Erfahrung einsetzen möchte, ereignete sich bereits vor einigen Jahren. Diese Vorgeschichte hier zu erzählen, gehört zwingend zu meiner Story.

Wir bekamen damals einen kleinen Welpen, einen sehr agilen kleinen Dobermann namens Zeuss. Ich nannte ihn liebevoll Zeussel. Er wurde mein absolut erklärter Liebling. Er war sehr sensibel, feinfühlend und sehr anhänglich, er wurde mein Schatten, wenn man das so sagen will, denn er folgte mit auf Schritt und Tritt. Zudem war er noch mein Geburtstagsgeschenk zu meinem 50. Geburtstag. Ich liebte ihn sehr.

Ziemlich zur gleichen Zeit bekam ein Ehepaar, das einige Häuser weiter in unserer Straße wohnt, ebenfalls einen Welpen. Im Gegensatz zu unserem kurzhaarigen kleinen Energiebündel war der Welpe der Nachbarn ein riesiges Tier mit langer Zottelmähne. Wir begegneten uns bei unseren täglichen Spaziergängen immer wieder und so kam es, dass die beiden heranwachsenden Rüden irgendwann zusammentrafen. Leider nicht mit guten Absichten. Bis zu dem Tag X, der mein Leben total verändern sollte, wurde unser gutmütiger Dobermann drei Mal von dem inzwischen zu einem stattlichen Hund herangewachsenen Tier gebissen. Selbst wenn unser Hund aggressiv gewesen wäre, hätte er nicht viele Chancen gehabt, da der Gegner ein enorm dickes Fell hatte. Ein Dobermann dagegen ist bedingt durch sein Kurzhaarfell und seinen schlanken Körperbau schnell verletzbar. So hatten wir immer das Nachsehen und ich die mühsame Arbeit, meinen Liebling wieder gesund zu pflegen.

Aus dieser Negativen Erfahrung erwuchs nach und nach Angst.

Um mit meinem Hund ins nahegelegene Feld zu gelangen, musste ich an dem Haus der Nachbarn vorbei. Jedes Mal mit einem flauen Gefühl im Magen, denn die Nachbarn hatten kein Hoftor, was zur Folge hatte, dass die Leute nur ihre Haustüre zu öffnen brauchten, und der Hund kam angerannt.

So geschah es dann auch eines Tages,  und genau dies passierte. Ich lief mit Zeuss an dem Grundstück vorbei, die Frau stand mitten im Hof, die Haustür ging auf und der Hund kam geradewegs auf uns zugerannt. Trotz meines Einwirkens konnte ich nicht verhindern, dass Zeuss gebissen wurde. Was mich dabei aber so unglaublich aufregte, war die Reaktion der Leute. Niemand wirkte auf den Riesenhund ein, sie ließen ihn einfach gewähren. Irgendwann ließ er dann von uns ab. Ich stand da mit einer Platzwunde an der Stirn und überall mit blauen Flecken übersät und Zeuss hatte wieder einmal eine blutende Bisswunde.

So  hatte  ich  ab  diesem  Zeitpunkt die Bestätigung der Erfahrung und meine Angst wurde von Tag zu Tag größer. Ich übertreibe nicht, wenn ich behaupte, einen Schock bekommen zu haben. Monatelang konnte ich nicht einmal an dem Haus vorbeilaufen, selbst ohne Hund hatte ich panische Angst davor, der Hund könnte wieder angerannt kommen.

Nachdem der Hund nach der Attacke auf uns wieder ins Haus gelaufen war, ich da mit meinem zitternden Liebling stand und mich vor Schreck kaum bewegen konnte, ging die Frau zu ihrer Arbeit zurück, die sie anscheinend gerade getan hatte, als wäre nichts gewesen. Das setzte mich so in Wut, dass ich zu ihr hin rief. Doch sie reagierte nur mit Schimpfen. Das war der Ursprung von meinem Zorn und Groll.

Dieser Zorn ging dann irgendwann in Groll über. Ich grüßte sie nicht mehr, war sauer auf die Leute… und schimpfte überall über sie. Wir wissen zwar alle, dass Groll keine Lösung ist, doch meine Bereitschaft, mich mit der Frau auszusprechen, war nicht vorhanden. So ging das einige Jahre. Inzwischen ist mein Liebling bereits im Hundehimmel und die Sache müsste längst vergessen sein. Doch weit gefehlt. ICH vergebe nicht! Die Frau grüßte zwar, doch ich übersah sie einfach. Ich traf sie beim Zahnarzt im Wartezimmer, sie grüßte, doch ich nicht! Ich traf sie im Einkaufsmarkt, ging ihr aus dem Weg, beeilte mich an der Kasse… mit dem Ergebnis, dass sie direkt hinter mir ihre Waren auf das Band stellte und mich grüßte. Ich grüßte natürlich nicht. Nein – ich war nicht bereit!

Und trotzdem liebe ich Gott, und trotzdem bete ich und glaube fest, dass Gott mir selbst ja alles vergeben hat. Ich bin sicher, Gott schüttelte öfter den Kopf über meinen Kleinmut.

Dies also war die Vorgeschichte zu Akt zwei meiner Story.

Nun kam in diesem Frühjahr meine Freundin zu mir und bat mich, ihr ein Bild zu malen. Sie ist eine der Initiatoren des jährlichen Weltgebetstages der Frauen, bei dem an einem festgesetzten Tag Frauen auf der ganzen Welt für die Frauen in einem bestimmten Land beten. In diesem Jahr war das Ursprungsland Malaysia. Das Bild zeigte zwei Frauen, die einer dritten Frau ihre Hand reichen, um sie hoch zu ziehen. Zwischen den beiden helfenden Frauen sah man eine weiße Gestalt, sinnbildlich für Jesus, die die beiden schützte.

Da ich von Natur aus eine kreative Begabung habe, tat ich ihr den Gefallen gerne und setzte das Titelbild der Broschüre, die zu diesem Tag angefertigt worden war, maßstabgetreu auf ein Bild in der Größe 130 x 130 cm um. Es war eine Herausforderung. Ich klebte 35 DIN-A-4 Blätter zusammen, faltete das kleine Bild in 64 gleiche Vierecke, gab jedem Viereck eine Nummer, faltete die 35 A-4-Seiten  in 64 gleiche Vierecke, gab jedem Viereck die gleiche Nummer, übertrug die Konturen mit Bleistift auf das Papier, legte das Riesenpapier unter ein Seidentuch, malte mit Bleistift die Konturen auf die Seide, erst dann begann der eigentliche Mal-Akt. Doch es gelang unerwartet zügig. Das Tuch war am Ende ohne Makel, alles hatte wunderbar funktioniert.

Klar – denn Gott hatte ja einen Plan für mich!

Der Schlüssel für ein gutes Gelingen liegt, so glaube ich, in der Bereitschaft ein Segen zu sein. Ich glaube, man sollte mit dieser Bereitschaft nicht so zurückhaltend sein, denn ich habe die Erfahrung gemacht, dass ich mit meinen Begabungen die Möglichkeit gekommen habe, anderen Freude zu bereiten, das heißt letztendlich, ein Segen sein zu können. Und dies macht mir wirklich viel Spaß. Und wie ich später berichten werde, lässt sich Gott nichts schenken. Im Gegenteil, er gibt immer vielfachen Segen zurück.

Nun kam der Abend der Veranstaltung. Das Tuch hing in der Kirche hinter dem Altar und strahlte Gottes Gegenwart aus. Ich war glücklich! Meine Freundin konnte sich nicht verkneifen, in ihrer  Moderation auch zu erwähnen, „wer“ dieses Bild gemalt hatte. Ehrlich gesagt, war mir das ziemlich peinlich. Dies war dumm, denn Jesus selbst sagte schon: Stelle dein Licht (Deine Begabungen) nicht unter den Scheffel!

Hätte sie mich nicht namentlich benannt, wären viele nachfolgende Situationen nicht entstanden. Denn daraus ergaben sich dann im Laufe des Abends noch einige Gespräche über die Herstellung des Bildes. Alle interessierten Frauen lobten meine Arbeit und ich konnte Gott die Ehre geben, denn ich antwortete den Frauen immer wieder, dass es Gottes Verdienst ist, Er hat mir diese Begabung geschenkt. Ich durfte an diesem Abend die Erfahrung machen, dass ich unter anderem auch auf diese Weise vielen zum Segen sein kann.

Nach dem Ende der Veranstaltung wurde noch malaysisches Essen gereicht. Ich nahm an dem Essen teil, kam jedoch etwas später in den Raum, sodass die meisten Frauen schon an den Tischen Platz genommen hatten. Ich wurde von einigen Frauen in ein Gespräch bezüglich des großen Seidentuches verwickelt und hätte mich gerne zu ihnen gesetzt. Natürlich schmeichelt es dem Ego nicht wenig, wenn man Lob erntet. Doch der Herr hatte Seine eigenen Ideen…

Eine Freundin, die ich zu dem Gebetstag mitgebracht hatte, setzte sich an einen ganz anderen Platz. Und da ich sie nicht alleine da sitzen lassen wollte, nahm auch ich – ehrlich gesagt etwas widerstrebend – dort Platz. Auch die nun um mich herum sitzenden Frauen fragten nach meinem Bild und ich unterhielt mich angeregt ….

Und merkte dabei überhaupt nicht, dass die Frau, gegen die ich diesen Groll hegte, mir genau gegenüber saß. Ich kann dies heute noch nicht glauben, ich habe sie natürlich gesehen und doch „nicht gesehen“, ich nahm sie zwar wahr, doch nicht als die Frau, gegen die ich grollte. Ich unterhielt mich sogar mit ihr, schenkte ihr Wasser nach. Wir erzählten und lachten – und ich erkannte sie nicht. Ist das nicht unglaublich!?! Hätte ich sie erkannt, was ja wohl das Naheliegendste gewesen wäre, da ich sie tagtäglich in der Straße sehe, hätte ich mich niemals auf diesen Platz gesetzt. Im Nachhinein habe ich erkannt, dass mir Gott da im wahrsten Sinne des Wortes „blinde Augen“ gegeben hatte.

So ging das Essen vorüber, die Frauen waren im Aufbruch, ich begleitete sie zur Ausgangstür, wünschte allen einen guten Heimweg… und als die Frau bereits auf der Straße stand und sich noch einmal zu mir umdrehte und mir einen schönen Abend wünschte – erst da erkannte ich sie!

Ich stand da, schüttelte den Kopf, ging dann nach Hause und erzählte alles meinem Mann. Er wusste natürlich von der Geschichte mit den Hunden und meinte nur, es wäre soundso längst Zeit, dass ich die Sache „abhakte“. Doch ich begriff immer noch nicht Gottes Plan dahinter. Erst als ich die Story am nächsten Tag meiner Freundin erzählte, wurde mir plötzlich klar, was wirklich geschehen war.

Gott hatte anscheinend keine Lust mehr, mir zuzuschauen, wie ich mir selbst im Weg stand. Er fädelte die Lösung so geschickt ein, dass ich über ein Bild in der Kirche zu einer „unbemerkten“ Vergebung gelangte, die nach einem freundlichen Gespräch, einem gemeinsamen Essen und gemeinsamem Lachen nicht mehr rückgängig gemacht werden konnte. Diese Erkenntnis brachte mich zum Lachen! Er hatte mich mit einem sehr geschickten Schachzug Schachmatt gesetzt. Es war mir, als hörte ich Gott ebenfalls lachend sagen: Habe ich dir nicht gesagt

Mein Joch ist leicht! Matth. 11,30

Ja, Sein Joch war tatsächlich leicht. Unter einem Joch zu stehen bedeutet unweigerlich, dass der Stärkere die ganze Last trägt und der Schwächere nur mitzulaufen braucht. So hatte mich Gott also an diesem Abend wieder einmal zurechtrücken müssen, damit ich endlich die Leichtigkeit Seiner Gegenwart und Führung erkannte.

Einige Jahre hatte ich nun damit verbracht, zu grollen, bis ich bereit war, ein Segen für andere zu sein, dafür schenkte mir Gott dann an diesem Abend die Erkenntnis von Gesegnet werden.

So ging ich nun also mit Vergebung im Herzen meinen Weg. Doch Gott wollte mehr von mir, Er macht keine halben Sachen, Er ist Perfektionist. Erst wenn alles vollkommen wieder im Lot ist, ist Er anscheinend zufrieden – das ist natürlich gut so, keine Frage. Vor einigen Tagen wachte ich mitten in der Nacht auf. Nachdem ich in Sekunden aus dem Tiefschlaf hellwach wurde, war mir klar, ich hatte eine „Audienz beim Vater“. Ich schlug meine Bibel auf, landete bei 1. Chronik, an der Stelle, wo Salomo die Bundeslade in den neu erbauten Tempel holen ließ. Salomo und das ganze Volk kamen mit Lobpreis und Anbetung – dies war auch meine Berufung! Ich erinnerte mich daran, dass die Leviten damals „geheiligt“ sein mussten, das heißt unbelastet und unbeschwert durch irgendwelche störenden Dinge in ihrem Leben. Dafür waren damals die Tieropfer notwendig.

Meine Berufung für Lobpreis und Anbetung, die ich vor Jahren von Gott bekommen habe, ist mir sehr wertvoll. Ich erkannte, dass ich niemals meinen „Dienst“ für Gott exzellent tun konnte, wenn irgendwelche „Störenfriede“ – also Dinge, die den „Frieden stören“ in meinem Leben vorhanden waren. Und Zorn, Groll und Unvergebenheit waren solche Störenfriede. Ich hatte verstanden!

In dieser Nacht sprach Gott zu meinem Herzen:

Elke schreibe der Frau einen Brief, erkläre ihr, dass du nicht mehr böse auf sie bist. Und schenke ihr Blumen!

Diese Anweisung Gottes war sehr stark in mir. Das habe ich dann getan und zu meiner und der Freude der Frau, hatte sie das gleiche schon vorgehabt, nur Gott war mit mir schneller. Denn ich brauchte die Erfahrung der Vergebung!

Welches wunderbare Gefühl diese Geschichte in mir ausgelöst hat, ist unbeschreiblich. Ich muss nicht mehr zürnen, was eine Befreiung ist. Und ich durfte einmal mehr sehen, wie Gott an mir arbeitet. Es ist ein großes Privileg, von Gott in eine Ausbildung genommen zu werden, das darf man nicht vergessen. Gott ist geduldig, verständnisvoll, liebevoll im Umgang mit unseren menschlichen Schwächen. Er sieht die Not und ist bereit zu helfen.

Voraussetzung allerdings, so glaube ich heute nach über zwanzig Jahren, in denen ich Gott schon in vielfältiger Weise erleben durfte, ist unsere Bereitschaft, Ihn in unser Leben auch einwirken zu lassen.

Für mich wird dieser Weltgebetstag der Frauen 2012 ein unvergessliches Ereignis bleiben.

Denke daran, lieber Leser, liebe Leserin! Gott IST Liebe, wir sind Seine Geschöpfe, sollten demnach ebenfalls Liebe sein, zumindest sollten wir versuchen, sie zu praktizieren. ER weiß genau, was gut und schlecht für uns ist. Für mich war dieser jahrelang gehegte Groll nicht gut. Doch ich war Gott so wichtig, dass Er mich in diese Situation gebracht hat, auf Seine Art, wie immer unvergleichlich, unverkennbar, unübertrefflich! Nun ist alles gut und ich habe Frieden darüber.

PS:

Nachdem ich der Nachbarin den Brief und die Blumen gebracht hatte, telefonierten wir noch einmal. Dabei erwähnte sie, den Gedanken mit den Blumen hätte sie ebenfalls schon länger gehabt. Am nächsten Morgen stand vor meiner Haustür ein wunderschöner Frühlingsstrauß! Der Kommentar der Frau war:

„Anscheinend hat Gott da wirklich seine Hand im Spiel!“

Ich habe dazu ein lautes AMEN!

Und gebe Gott dafür alle Ehre!