Zuerst muss alles vergeben sein, bevor Gott wirken kann!

Und VERGEBUNG hat kein Ende!

Das Kapitel VERGEBUNG in meinem Leben scheint noch nicht abgeschlossen zu sein! Und nicht nur dies, es wird auch enger. Es scheint mir, als würde Gott Sein Netz enger ziehen, wie ein Fischer sein Netz immer mehr zusammen zieht, um die Fische zu sammeln.

Heute war ich beim Gottesdienst in meiner Gemeinde. Wegen der bevorstehenden Gebetsnacht am Karfreitag hatte der Pastor zu einem Fürbitte-Gebet eingeladen. Es ist ja, wie ich schon des Öfteren erwähnt habe, auch meine Berufung, Fürbitterin zu sein. Also ging ich nach dem Gottesdienst zu dem genannten Raum. In diesem Raum steht ein Flügel. Nicht nur ein gewöhnlicher Flügel, sondern ein Steinway! Jahrelang schmachte ich danach, auf diesem schönen Instrument spielen zu dürfen, habe mich jedoch bis heute nicht getraut, zu fragen.

Doch Gott braucht keine Erlaubnis einzuholen. Der Flügel gehört Ihm! Natürlich hätte ich spielen dürfen, ich glaube nicht, dass mir das seitens der Leitung meiner Gemeinde versagt worden wäre, doch ich habe mich, wie gesagt, noch nicht getraut.

Heute war der Zeitpunkt gekommen! Ich war etwas früher in dem Gebetsraum, es waren nur zwei Mitbeter anwesend. Es zog mich wie an einem Gummiband zu dem Flügel hin. Zuerst klimperte ich nur so herum. Doch dann setzte ich mich auf den Hocker und fing an, meine Lobpreislieder zu spielen. Nach ein paar Minuten kamen mehr Menschen in den Raum und ich ließ das Spielen sein. Woraufhin mich einer unserer Ältesten bat, noch etwas weiter zu spielen „weil es so schön ist“, so sagte er wörtlich. Ich war glücklich!

Das Gebet begann mit einem Lobpreislied. Meine Stimme  versagte wieder einmal, was mich sehr ärgerte. Wie konnte ich Lobpreislieder singen, wenn ich keine Stimme habe. Ich habe eine Berufung zum Lobpreis, also brauche ich eine Singstimme – unbedingt! Während um mich herum für die Gebetsnacht gebetet wurde, kam plötzlich ein Impuls in mich. Hier waren die „echten“ Fürbitter versammelt, diejenigen mit Vollmacht! Ich hatte das richtige Umfeld, um für meine Stimme und für meine Atemorgane beten zu lassen. Nach dem Gebet für die Gebetsnacht bat ich die Anwesenden, für meine Stimme zu beten. Sie taten es gerne und ich glaube fest, dass dieses Gebet eine Veränderung bringen wird. So weit so gut. Die Leute verließen nach und nach den Raum bis auf eine Frau. Sie kam auf mich zu und meinte: Elke… Vergebungsbereitschaft! Der Schlüssel für deine Stimme!

Natürlich weiß ich, dass alles, was zwischen Gott und mir steht, wie ein Puffer für Segnungen wirkt. Natürlich weiß ich, dass Gottes Wege außergewöhnlich sind. Natürlich weiß ich, dass ich Anstöße von Seiten Gottes ernst nehmen oder einfach ignorieren kann. Und letztendlich weiß ich genau, dass Seine Anstöße immer zum Segen für mich werden – auch wenn sie manchmal grenzwertig schwer erscheinen!

Ich wusste sofort, was die Frau zu sagen hatte. Sie sah mich mit großen Augen an, es war ihr irgendwie peinlich, mir das sagen zu müssen. Doch ich brauchte keine weitere Erklärung ihrerseits. Es gibt in meinem Leben noch einige nicht vergebene Sachen. Und was mich mitten ins Herz traf. Alle Angelegenheiten, in denen ich noch etwas zu klären habe, sind ein Klacks im Blick auf „die“ Vergebung, die jetzt bevorstehen wird! Ich wusste es – ich weiß es schon lange, doch ich habe es verdrängt, einfach zur Seite geschoben, wollte nichts davon wissen. Eine Person steht in meinem Leben, die diese Vergebung dringend braucht. Meine eigene Mutter!

Ich bekam Herzklopfen, ich weigerte mich innerlich. Alles in mir ging auf Widerstand – doch ich wusste es sofort… Gott wartet! … und wartet… und wartet und wird warten – und ich brauche JETZT meine Singstimme!

Wieder einmal – Schachmatt in einem Zug!

Auf dem Heimweg im Auto habe ich dann ein „Gespräch mit Gott“ geführt. Ja, ich bin bereit, meiner Mutter zu vergeben – doch nur mit Gottes Hilfe! Das war „meine“ Bedingung! Ja ich bin bereit, diesen für mich uneinsehbaren, völlig im Dunkeln liegenden Pfad zu gehen – doch nur an Seiner Hand!

Seit längerer Zeit nervt es mich, dass sie jetzt im fortgeschrittenen Alter alleine in ihrem großen Haus lebt. Eigentlich bin ich ihre Tochter, die ihr helfend zur Seite stehen sollte. Doch meine Mutter ist sehr dominant und ungerecht, ja oft wie ein Hackklotz mir gegenüber. Ich musste im Laufe der Jahrzehnte viele Bosheiten über mich ergehen lassen, und dessen ist noch kein Ende.

Doch Gottes Wegweisung kann ich nicht einfach so ignorieren. Lieber gehe ich diesen Weg, als weiterhin wie ein heiserer Rabe meine Lobpreislieder dahin zu krächzen! BASTA!

Doch Gott gibt uns keine Herausforderungen, wenn Er nicht auch schon den perfekten Lösungs-Plan dazu hat. Ich glaube, Er hätte gerne einen schön gesungenen Lobpreis von mir, warum hätte Er mir sonst diese Berufung und diese Begabung geben sollen. Und schließlich liege ich Ihm ja auch andauernd damit in den Ohren, dass ich meine Singstimme wieder haben WILL! Es ist keine Bitte mehr, sondern ein massives Drängen meinerseits, Er möge endlich etwas tun! Jetzt wo ich diese Sätze hier am PC formuliere, sehe ich meinen Gott wieder lächelnd auf mich herabsehen. Er hat mir Temperament gegeben – jetzt hat er die Frucht vor Augen – besser gesagt in den Ohren!

Nun – ich denke, wenn Gott Gebet effektiv beantworten wird, kann auch unweigerlich so ein Thema wie VERGEBUNG dabei herauskommen. Nun habe ich keine Ausweichmöglichkeit mehr… dies wird der Weg zu meiner schönen Singstimme sein – wie lange es meinerseits dauern wird, hängt davon ab, wie schnell ich die mir gezeigten „Übel“ ausräume.

So einfach, wie Er es mir bei dem Weltgebetstag gemacht hat, wird Er es vielleicht nicht wieder tun. Trotzdem wird jeder Weg, den ich wähle, letztendlich zu dem einen Ziel führen – Den Weg frei zu machen, die Hindernisse zwischen Gott und mir auszuräumen.

Ehrlich gesagt, bin ich sehr gespannt, was jetzt passieren wird. Ich werde alles, was mir widerfährt, hier festhalten und später zum Zeugnis benutzen. Es wird spannend. Ich weiß, dass ich nicht alles alleine tun kann – doch was ich tun KANN, muss ich tun… alles Weitere wird der Herr für mich regeln!

Diese Impulse habe ich zum Beispiel erhalten:

  • Mache eine Aufstellung der Personen, mit denen du nicht 100%ig im Reinen bist
  • Bete darüber – und Ich werde dir zeigen, was zu tun ist!

Ja – das will ich tun! Und weil ich es wichtig erachte, dass alle Leser wirklich nachvollziehen können, warum ich dies hier alles aufnotiere, will ich auch die Personen und ihre Geschichte mit mir kurz erklären.

Zuerst einmal stand meine Mutter vor meinem inneren Auge. Sie ist der Hauptfaktor, sozusagen der größte Brocken. Wenn man mit seiner eigenen Mutter über fast sechs Jahrzehnte keine halbwegs akzeptable Bindung herstellen kann, wird dies nicht leicht – es sei denn, der Herr bereitet schon vorher den Weg. Darauf will ich mich verlassen, glauben und vertrauen.

Dann sind noch zwei Ärzte in meiner „Dich-mag-ich-nicht-Kiste“. Sie haben vor fast fünfzehn Jahren durch falsche Medikamente und Fehleinschätzung eines Krankheitsbildes bei meinem dritten Sohn dafür gesorgt, dass er mit akuten Allergieerscheinungen als Notfall in die Uniklinik eingeliefert werden musste. Die dortigen Ärzte standen tagelang mit ratloser Miene vor meinem damals 15-jährigen Kind, entschieden sich dann, mehr aus Verzweiflung als aus Überzeugung heraus, ihm tagelang den ganzen Körper mit Cortison einzureiben und hatten dabei keine Ahnung, ob dies wirken wird oder ob wir um das Leben unseres  Jungen bangen müssen. Ich bin heute noch sehr wütend auf die Beiden. Nein, ich habe sie die ganzen Jahre einfach ignoriert, wenn wir uns zufällig getroffen haben. Ich hätte ihnen nicht vergeben, obwohl mein Junge gesund wurde. Immer wenn ich ihm auf den blanken Rücken schaue und seine daumendicken Allergie-Narben sehe, bekomme ich erneut einen mächtigen Groll-Anfall den Ärzten gegenüber. Doch ab heute weiß ich, ich muss Kontakt mit ihnen aufnehmen. Nicht in der Praxis, sondern privat. Das wird interessant. Es muss ein Gespräch sein, bei dem Ruhe herrscht, was während der Praxisstunden nicht möglich ist.

Ist es nicht interessant, wenn man über meine Geschichte vom Weltgebetstag der Frauen nachliest. Diese Hürde durfte ich nehmen, ohne große Anstrengung. Nun wird der Weg etwas enger, ich muss selbst zu den Ärzten gehen…. Ich bin gespannt, was Gott da für mich vorbereitet hat.

Eine weitere Sache ist unser Hund. Er hat andauernd irgendeine Krankheit. Und immer wurde sie ihm durch missliche Umstände zuteil. Ich bin deshalb oft sehr ungehalten und ungerecht, denn ich darf ihn immer wieder gesund pflegen, wozu ich oft keine rechte Muse habe. Gott fordert mich auch dahingehend heraus, mehr „Herz“ walten zu lassen. Auch hier gilt – ich brauche mehr tiefe Liebe! Weil Zornausbrüche und böse Worte nicht gerade dienlich sind, Gott zu gefallen. Ich verstehe Seine Gründe dazu. Wie kann Lobpreis und Zornausbruch zusammen passen – das geht nicht!

Außerdem fehlt es mir generell viel zu oft an „Liebe“. Ich urteile oftmals schon lange, bevor ich die Hintergründe für irgendeine Sache weiß. Das ist ein Punkt in meinem Leben, von dem ich längst schon weiß, dass ich daran arbeiten sollte. Je länger ich darüber nachdenke, desto mehr „kleine Füchse“ fallen mir ein.

Es sind nicht nur die nicht ausgesprochenen Vergebungen, zumal es uns selbst sehr gut gefällt, dass uns Gott bereits all unsere Misslichkeiten vergeben hat, sondern anscheinend auch die kleinen Dinge des Lebens, wie schlechte Laune, Diskussionsbereitschaft bei unwichtigen Dingen, Missmut, Lieblosigkeit, Herrschsucht und all die Dinge, die nicht im positiven Bereich liegen.

OK! Jetzt will ich es wissen!

Dieses hier habe ich am Sonntag, den 25. März 2012 aufgeschrieben. Wir werden sehen!