Aus einem erschreckenden Anlass heraus habe ich mir Gedanken zu dem Thema

 

                           „Wertgeachtet / Wertschätzen“

gemacht… dies ist ein Auszug aus meinem nächsten Mutmach-Büchlein….

 

Doch – Wie immer zuerst

                                   Gottes Wort

Jesaja 43, Verse 3-5

3. Denn ich bin der HERR, dein Gott, der Heilige in Israel, dein Heiland.   
4. Weil du so wert bist vor meinen Augen geachtet, mußt du auch herrlich sein und ich habe dich lieb…  
5. So fürchte dich nun nicht; denn ich bin bei dir.  
                                                 

Jeremia 31:3
Der HERR ist mir erschienen von ferne:                                                                                                                              Ich habe dich je und je geliebt; darum habe ich dich zu mir gezogen aus lauter Güte.
                                                       

Maleachi-1:2                                                                                                                                                                                                                           Ich habe euch lieb, spricht der HERR.  
                                                                         

Johannes-16:27                                                                                                                                                                                                                      Denn er selbst, der Vater, hat euch lieb…

Wertgeachtet / Wertschätzen

Ich muss euch sagen, ihr lieben Leser meines Blog´s und meiner Mutmacher-Büchlein, dass dies nun bereits mein 6. Büchlein ist, das ich veröffentlichen darf. Jedoch bei keinem anderen Mutmacher war ich so bewegt über die Erkenntnisse, die der Herr mir zum Veröffentlichen gab, als bei diesem.
Ich kam zu diesem Thema über eine Email, die mir eine liebe Freundin vor einigen Monaten geschickt hat. Sie schrieb mir ihre Leidensgeschichte, ich muss sagen, es IST eine Leidensgeschichte! Ich war noch niemals so geschockt über menschliches Fehlverhalten, wie nach dem Lesen dieser Email. Doch jetzt, da einige Wochen darüber vergangen sind und meine liebe Freundin mir den Ausgang dieser Geschichte mitgeteilt hat, sehe ich den Segen, den die Situation mit sich brachte. Nach langen Gesprächen wegen dieser leidensvollen Angelegenheit, die wir im Laufe der Wochen immer wieder geführt haben, habe ich die Erlaubnis von ihr bekommen, dieses „Erlebnis“ in einem Mutmacher-Büchlein zu verarbeiten. Wir beide hoffen und beten, dass die Menschen, die dieses Büchlein lesen werden, die sich vielleicht in einer ähnlichen Situation befinden, damit neuen Mut gewinnen!

Nun zum Thema:

Es ging in dieser Geschichte meiner Freundin um fehlende Achtung und Respekt und eben um: WERTACHTEN und WERTSCHÄTZEN!
Und nachdem dieses Schlüsselwort einmal in meinem Kopf verankert war und ich mich mit meinen Liebsten, meinen Freunden und auch mit fremden Menschen darüber unterhielt, fand ich heraus, dass ausnahmslos alle irgendwann damit konfrontiert worden waren.
Teilweise wurden mir von positiven, teilweise aber auch von sehr negativen Erfahrungen berichtet. Das Thema ließ mich nicht mehr los und so entschloß ich mich, mich damit zu beschäftigen.
Wie definiert man dieses Wort….  

Im Duden fand ich:

Wikipedia erklärte sie folgendermaßen:

Wertschätzung

Wertschätzung bezeichnet die positive Bewertung eines anderen Menschen. Sie gründet auf eine innere allgemeine Haltung anderen gegenüber. Wertschätzung betrifft einen Menschen als Ganzes, sein Wesen. Sie ist eher unabhängig von Taten oder Leistung, auch wenn solche die subjektive Einschätzung über eine Person und damit die Wertschätzung beeinflussen.

Wertschätzung ist verbunden mit Respekt, Wohlwollen und Anerkennung und drückt sich aus in Zugewandtheit, Interesse, Aufmerksamkeit, Freundlichkeit. „Er erfreute sich allgemein hoher Wertschätzung“ meint umgangssprachlich: Er ist geachtet /respektiert. Es gibt eine Korrelation zwischen Wertschätzung und Selbstwert: Menschen mit hohem Selbstwert haben öfter eine wertschätzende Haltung anderen gegenüber, werden öfter von anderen wertgeschätzt; empfangene und gegebene Wertschätzung vergrößern das Selbstwertgefühl sowohl beim Empfänger als auch beim Geber. Wertgeschätzte Personen sind, wenn sie ein offenes Wesen haben und kontaktfreudig sind, oft auch beliebt.

Ein Antonym von Wertschätzung ist Geringschätzung (sie kann bis hin zur Verachtung reichen).                                                                                                                                                         Quelle: Wikipedia

Nun hatte ich genug Erklärungen, WIE man Wertschätzung ausdrücken kann… doch vorallem aber interessierte mich natürlich – was sagt die Bibel dazu.
Meiner Meinung nach ist die wichtigste Aussage die der Bibel. Alle Grundhaltungen, die Menschen untereinander haben sollten, sind von Gott in uns angelegte, positive Anlagen. Gottes Wort sagt an vielen Stellen in der Bibel zum Beispiel immer wieder: Liebt einander! Wer liebt, wird seinem Gegenüber immer Wertschätzung entgegen bringen!

Wie du schon vorne bei GOTTES WORT gelesen hast, finden wir speziell bei Jesaja 43,3-5 folgendes:

3. Denn ich bin der HERR, dein Gott, der Heilige in Israel, dein Heiland.   

4. Weil du so wert bist vor meinen Augen, geachtet, mußt du auch herrlich sein, und ich habe dich lieb…  

5. So fürchte dich nun nicht; denn ich bin bei dir.  

Ich habe in meinem Leben die Erfahrung gemacht, dass es ein ganz besonderes Privileg ist, wenn „Gott spricht“. Wenn Er sich als „Dein Gott“ – „Der Heilige Israels“ – und „Dein Heiland“ vorstellt. Dann hast du einen ganz speziellen Stand in Gottes Plan.
Nun aber zu der Definition „Wertgeachtet/Wertgeschätzt“.
Sieh dir den Text aus Jesaja genau an…
Zum einen steht das Wort „Wert“ – weil du so wert (wertvoll, wichtig) bist…. und „geachtet“ – weil du geachtet bist (beachtet, die Gunst hast). Und dies sagt nicht ein Mensch, sondern Gott selbst. Ist das nicht genial!
Gleich zwei Mal wird hier klar und deutlich ausgedrückt, dass du und ich – wir alle – einen hohen Stellenwert vor Gott haben. Der Schöpfer selbst achtet dich, wertet dich sehr hoch. Ist das nicht Balsam für unsere Seele…!
An sehr vielen Stellen in der Bibel finden wir diese Wertschätzung, die unser Schöpfer selbst uns entgegen bringt!
Ein Beispiel dafür ist, dass in der Bibel insgesamt 366 mal der Satz „Fürchte dich nicht!“ geschrieben steht. Für jeden Tag des Jahres einen solchen mutmachenden Satz zu finden, ist doch ein Zeichen dafür, dass wir Gott wichtig sind. Also haben wir Wertschätzung, und das jeden Tag im Jahr – einschließlich dem 366. Tag in einem Schaltjahr. Und das von dem, der uns erschaffen hat.
Hast du dazu auch ein Ja, so wie ich? Das macht mir Mut, das bestätigt meinen Selbstwert enorm, das zeigt doch, dass wir niemals alleine stehen, was auch kommt. Dieses Wissen, dass Gott uns so wertvoll erachtet, dass wir uns täglich dessen bewusst werden können und uns täglich daran erbauen können, ist genial! Es hat mir deutlich gezeigt, dass es völlig unrelevant ist, wie Menschen uns behandeln, wenn unser Schöpfer uns in solch einem Maße zu verstehen gibt, wie wertvoll wir für Ihn sind. Einzig – wir müssen dies auch sehen und verstehen!

Nun möchte ich dir aber von der Email erzählen, die mich so aus der Fassung gebracht hat. Meine Freundin teilte mir mit, dass sie sich bei einem Unfall mit dem Fahrrad einen Arm und ein Bein gebrochen hatte. Und dessen nicht genug, hatte der behandelnde Arzt bei der Versorgung des Bruches am Arm eine verdächtige Hautstelle entdeckt, die er näher untersuchen ließ. Die Gewegeprobe war tatsächlich bösartig. Nun hatte meine Freundin zu ihren Brüchen auch noch Hautkrebs.   
Diese Nachricht traf sie natürlich sehr. Und damit nahm auch diese leidvolle Story ihren Lauf. Ihr Partner, dem sie die unerwartete Diagnose mitteilte – und auf Verständnis und Anteilnahme hoffte – hatte kein tröstendes Wort für sie. Vielmehr gab er sich ziemlich genervt, war rüde und kalt, was meine Freundin natürlich nicht verstehen konnte. Warum er so reagierte, konnte sie sich nicht erklären. Doch es tat ihr unsagbar weh. Er war wortkarg, blieb nur so lange im Krankenhaus bei ihr, wie gerade notwendig.
Natürlich ging sie, nachdem sie nach Hause entlassen worden war, auch davon aus, dass er ihr bei den täglichen Arbeiten zur Seite stehen würde, dem war jedoch auch nicht so. Vielmehr erklärte er mit rüden Worten, dass es ihm egal war, ob sie zuhause Hilfe brauchte.
Im Laufe der kommenden ersten Tage zuhause, wo sie Hilfe dringend benötigt hätte, tat er nichts. Er ging wie gewohnt zur Arbeit, kam nach Hause, redete kein Wort mit ihr, gab ihr keine Antwort auf ihre Fragen. Sie schrieb, es war reinster Horror für sie. Sie war so aufgeregt deswegen, dass es ihr gesundheitlich anstatt besser immer schlechter ging.
Die Wochen vergingen, die Situation spitzte sich von Tag zu Tag mehr zu und sie konnte nichts ändern. Bis ihr Mann während einem ihrer Versuche, zu erforschen, warum er sich so kalt verhielt, sie anschrie, sie solle doch endlich ausziehen.
Sie schrieb mir dies und ich war entsetzt. Wie konnte ein Mensch, von dem man ausgeht, geliebt zu werden, so bösartig sein? Wusste er nicht, dass seine Frau gerade jetzt, in dieser Situation seine Hilfe am nötigsten hatte. Sie hatte eine Operation zu verarbeiten und dazu kam noch diese niederschmetternde Diagnose. Und anstatt liebevoll umsorgt zu werden, erlebte sie von ihrem eigenen Mann Tag für Tag blanken Terror, Bosheit, Kälte… Meine Freundin schrieb mir, sie fühle sich so wertlos, minderwertig, ungeliebt, ich konnte sie kaum beruhigen.
Ich saß da vor meinem PC, las die Emails immer und immer wieder, versuchte zu verstehen, was in diesem Mann vor sich ging. Und so fiel mir das Wort „Wertgeachtet“ ein.
Es beschäftigte mich. Konnte ein Partner so kalt sein, einem eigentlich geliebten Menschen so bewußt seelische Schmerzen zuzufügen? Wie konnte so etwas möglich sein?
Ich hielt mit meiner Freundin Email-Kontakt. Ich sprach ihr Mut zu, stärkte sie mit Worten aus der Bibel, betete mit ihr. Sie tat mir so leid, doch mehr konnte ich leider nicht für sie tun. Ich fing an, für diese Situation zu beten. Und ich bat meine engsten Freunde, denen ich vertraue, ebenfalls für meine Freundin zu beten. Viele meiner Freunde kennen sie nicht persönlich, aber sie taten es bereitwillig mit mir.
Ich war sehr dankbar und glaubte daran, dass unser Gott aus dieser furchtbaren Situation etwas Gutes schaffen konnte. Was ich nicht wusste war, dass meine Freundin das Gleiche tat. Sie aktivierte ihren Freundeskreis, gab ihren Mann im Gebet in Gottes Hände.
Gleichzeitig vergab sie ihm jede Gemeinheit sofort, nachdem er sie ausgesprochen hatte – was in diesen Wochen täglich mehrmals notwendig war, wie sie mir später erzählte. Und das war der Schlüssel! Viele Menschen standen sozusagen für diese gläubige Frau und ihren boshaften Mann vor Gott im Gebet. Sie selbst tat wie gesagt, ihr Möglichstes dazu, indem sie ihm sofort vergab. Und dies hatte seine Wirkung!
Sie wurde ruhiger, gelassener. Das irritierte anscheinend den wütenden Mann und die Attacken nahmen deutlich ab. Er benahm sich zwar weiterhin sehr abweisend und war wortkarg, doch die verletzenden Worte blieben somit auch aus.  

Meine Freundin hatte einen Weg gefunden, mit dieser Situation umzugehen. Ich dachte damals, wie können Menschen solche Gemeinheiten verkraften? Wie konnte jemand neuen Mut fassen, wenn alles in Scherben fiel? Und vorallem, wie konnte man solche bösen Attacken im Keim ersticken? Heute, da einige Monate darüber vergangen sind – und mir meine Freundin Erstaunliches mitgeteilt hat – sehe ich zwar immer noch den Schmerz, den dieser Mann seiner kranken Frau zugefügt hat, doch ich sehe auch den positiven Nutzen, den meine Freundin daraus ziehen durfte. 

Jesus sagte in der Zeit, als er auf der Erde war:

Joh 14, Vers 13 (Luther 1984)

Und was ihr bitten werdet in meinem Namen, das will ich tun, damit der Vater verherrlicht werde im Sohn.

und in Matthäus 18, Vers 20 lesen wir:

Wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich mitten unter ihnen.“                                                                                                                                                                                                                 Quelle:Luther-Bibel

Instinktiv hatte meine Freundin genau das getan. Sie bat Jesus, ihr beizustehen, ihr Frieden inmitten dieser Attacken ihres Mannes zu geben und sie vergab ihrem Mann sofort seine rüden Worte, sobald er sie aussprach. Leicht fiel es ihr nicht, so teilte sie mir mit, doch sie vertraute Gott und tat dies im Gehorsam Seinem Wort gegenüber. Auch die Gebete, die wir alle für sie und ihren Mann zu Gott schickten, waren fruchtbar. Sie sagte, sie hätte „den Frieden Gottes, der alle Vernunft übersteigt“ erlebt.

Meine Freundin wurde zwischenzeitlich zum zweiten Mal operiert. Die Ärzte entfernten die befallene Hautstelle. Sie hatte auch nach dieser Operation keiner größeren Beschwerden. Jedoch wurde ihr nahe gelegt, dass Bestrahlungen notwendig wären. Auch dies ließ sie über sich ergehen.

Was sich jedoch im Gegensatz zu ihren Erfahrungen mit ihrem Mann bei der ersten Operation verändert hatte, war ihre eigene Einstellung. Damals suchte sie Halt, Geborgenheit, Sicherheit, Trost, Mitgefühl, all die wichtigen Dinge, die Menschen in solchen Extrem-Situationen brauchen, bei ihrem Mann. Doch im Laufe der Zeit, bei den weiteren Behandlungen, vertraute sie von Anfang an Gott ihren Tagesablauf an. Das Ergebnis war innere Ruhe, Vertrauen in Gottes Plan für ihr Leben. Ihr Mann war nicht mehr ihre erste Anlaufstelle, sondern Gott. Ihr Mann wurde ebenfalls ruhiger, es schien, als würde ihre Ruhe auf ihn übergehen. Vielleicht nahm dies auch den Druck von ihm.

Lehrgang für mich selbst

Inzwischen hat sich die Lage im Hause meiner Freundin wieder beruhigt. Gott sei Dank! Doch was für mich persönlich als Lehrgang aus dieser Situation hervorging, ist mir sehr wertvoll geworden. Ich beschäftigte mich, wie gesagt, in dieser Zeit intensiv mit dem Wort „Wertschätzen“.
Wertschätzung fängt bereits bei der Geburt eines Menschen an. Es ist ja allseits bekannt, dass Säuglinge, denen man keine Beachtung schenkt, nach kurzer Zeit sogar sterben können, wobei Säuglinge, die man von Anfang an fördert, ihnen Beachtung und Liebe entgegenbringt, prachtvoll gedeihen, ein gesundes Selbstwertgefühl entwickeln und ihren Mitmenschen später Wertachtung und Respekt entgegen bringen können. Also kann man davon ausgehen, dass Wertschätzung ein Grundbedürfnis für unser Leben ist.
Wie furchtbar jedoch die Auswirkungen werden können, wenn Menschen dieses Grundbedürfnis nicht entgegen gebracht wird, sieht man leider immer häufiger in unserer Gesellschaft. Kälte und Ablehnung im Umgang miteinander wächst stetig, Gleichzeitig steigt der Pegel für die Bereitschaft zu Gewalt enorm an. Selbstwert wird nicht mehr gefördert. Freundschaften können nicht mehr gepflegt werden, weil die Grundlagen dazu fehlen – es ist erschreckend.
Selbst die Kommentare in meinem unmittelbaren Umfeld, die ich damals bekam, als ich für meine Freundin um Gebet bat, waren erschreckend. Welche Geschichten mir erzählt wurden, war unglaublich. Jeder hatte irgendwann und irgendwie mit fehlender Wertachtung zu kämpfen. Ich konnte aus den Gesprächen immer noch Verletzungen, ja bis zu psychischen Schäden heraushören, die Menschen durch fehlende Wertschätzung oder verletzendes Verhalten ihrer Mitmenschen erlitten hatten. Seit dieser Geschichte mit meiner Freundin bin ich sehr sensibel für Wertschätzung geworden. Mir fällt viel schneller auf, wenn Menschen um mich herum sich negativ und auch positiv verhalten. Ich studiere regelrecht solches Verhalten. Und ich muss sagen, dass es mir noch nie so klar war, mit wem ich in Zukunft meine Zeit verbringen möchte. Jedenfalls nicht mit Menschen, die ihr Gegenüber nicht wertschätzend behandeln.

Ich habe anfangs geschrieben, dass ich so begeistert von der Quintessenz dieser Erfahrung bin. Dazu möchte ich dir noch ein paar Gedanken mit auf deinen Weg geben. Nicht nur meine Freundin, die diese schreckliche Erfahrung machen musste, hat daraus gelernt, nein ich selbst ebenso. Gelernt haben wir, dass wir uns nicht an Menschen hängen, sondern in allen Dingen Gottes Nähe suchen sollen. Ihm vertrauen, Ihm alles zutrauen dürfen. Diese Erkenntnis hat in mir selbst unglaubliche Veränderungen mit sich gebracht. Ich bin, genau wie meine Freundin, ein Mensch, der die Nähe anderer Menschen sucht. Speziell natürlich zu meinem Ehemann und meinen Kindern. Man denkt doch, man kann sich anlehnen, wenn das Leben ab und zu seine Tribute fordert. Man würde gerne alle Kraft aus dem Partner oder den Kindern ziehen, doch ich glaube, dies ist verkehrt. Ich habe die Story meiner Freundin nur aus der Ferne miterlebt und deshalb glaube ich auch, aus einem anderen Blickwinkel auf die Situationen sehen zu können. Ich habe erkannt, dass letztendlich nur Gott den Frieden und die Gelassenheit schenken kann, die wir Menschen täglich brauchen. Und wie du vorne gelesen hast, wurde vor vielen tausend Jahren bereits in der Bibel festgehalten, dass Gott uns liebt. Ich glaube, das ist der Schlüssel. Wenn Gott liebt, ist das etwas anders, als wenn Menschen lieben. Menschen können schnell überfordert sein, doch Gott niemals. Ich weiß gewiss, dass wir alle von Gott wertgeschätzt, wertgeachtet, und insbesondere geliebt sind. Welch ein Geschenk! Welch ein Privileg!

Wer bestimmt nun unseren Wert? Ich glaube, nach dieser Erfahrung, dass einzig und alleine die Beziehung, die wir zu Gott haben, uns ganz klar erkennen läßt, wer wir sind. Gehe davon aus, dass Gott dich geschaffen hat – das kannst du in Psalm 139 lesen…

1 Für den Chorleiter: Ein Psalm Davids. Herr, du hast mein Herz geprüft und weißt alles über mich.

2 Wenn ich sitze oder wenn ich aufstehe, du weißt es. Du kennst alle meine Gedanken.

3 Wenn ich gehe oder wenn ich ausruhe, du siehst es und bist mit allem, was ich tue, vertraut.

4 Und du, Herr, weißt, was ich sagen möchte, noch bevor ich es ausspreche.

5 Du bist vor mir und hinter mir und legst deine schützende Hand auf mich.

6 Dieses Wissen ist zu wunderbar für mich, zu groß, als dass ich es begreifen könnte!

7 Wohin sollte ich fliehen vor deinem Geist, und wo könnte ich deiner Gegenwart entrinnen?

8 Flöge ich hinauf in den Himmel, so bist du da; stiege ich hinab ins Totenreich1, so bist du auch da.

9 Nähme ich die Flügel der Morgenröte oder wohnte am äußersten Meer,

10 würde deine Hand mich auch dort führen und dein starker Arm mich halten.

11 Bäte ich die Finsternis, mich zu verbergen, und das Licht um mich her, Nacht zu werden –

12 könnte ich mich dennoch nicht vor dir verstecken; denn die Nacht leuchtet so hell wie der Tag und die Finsternis wie das Licht.

13 Du hast alles in mir geschaffen und hast mich im Leib meiner Mutter geformt.

14 Ich danke dir, dass du mich so herrlich und ausgezeichnet gemacht hast! Wunderbar sind deine Werke, das weiß ich wohl.

15 Du hast zugesehen, wie ich im Verborgenen gestaltet wurde, wie ich gebildet wurde im Dunkel des Mutterleibes.

16 Du hast mich gesehen, bevor ich geboren war. Jeder Tag meines Lebens war in deinem Buch geschrieben. Jeder Augenblick stand fest, noch bevor der erste Tag begann.

17 Wie kostbar sind deine Gedanken über mich, Gott! Es sind unendlich viele.

18 Wollte ich sie zählen, so sind sie zahlreicher als der Sand! Und wenn ich am Morgen erwache, bin ich immer noch bei dir!                                                                                                      Quelle: Neues Leben-Übersetzung

Hier siehst du klar, deutlicher kann man es nicht gesagt bekommen, WER du bist – Gottes geliebtes Wesen! Die Folgerung dazu ist, dass du niemals von Gott geringschätzig behandelt werden wirst! Und somit hat im Grunde kein Mensch, wer auch immer es sein mag, das Recht, dich geringschätzig zu behandeln. NIEMAND!

Meine Freundin musste die bitterböse Erfahrung von Missachtung und Ablehnung machen, gleichzeitig  jedoch bekam sie DIESE Erkenntnis! Sie sagt heute, so schlimm die Zeit auch gewesen sein mag, sie hat sich noch niemals geliebter und angenommener gefühlt, als nach dieser schlimmen Zeit. Gott ist ihr Anker geworden, Er alleine kann ihr geben, was auch immer sie braucht. Die Eskapaden ihres Mannes sind immer noch nervtötend, aber sie verletzen nicht mehr – das ist der Gewinn für sie!

Wer hätte gedacht, dass ihr Unfall und die Krebs-Diagnose letztendlich zu ihrem größten Gewinn werden würden!

Dir liebe Leserin – lieber Leser – wünsche ich sehr, dass du deinen Wert künftig nicht mehr an dem Benehmen deiner Mitmenschen misst. Du bist wertvoll! Du bist geliebt! Von dem, der die Welt in Seinen Händen hält! Das ist nicht zu toppen!

Sei fest gesegnet!