Randnotizen

Gottes Kommentare zu unserem täglichen Leben

Lebenserfahrungen

Vorwort

Ich hatte einen Traum. Ich träumte, dass ich mit Bügeln beschäftigt war, als sich plötzlich ein Wort in meinem Kopf festsetzte.

Randnotizen

Irgendwann realisierte ich, dass sich dieses Wort andauernd wiederholte, wie eine hängengebliebene Schallplatte. Da wurde ich aufmerksam und wachte auf.

Ich kenne dieses „Reden Gottes“ inzwischen. Was bedeutet dieses Wort? Was wollte Er mir damit sagen? Solche Aktionen enden immer in einer Erkenntnis über das Leben oder in einer Hilfestellung bei verschiedenen Problemen, die ich in meinem Leben schon lösen musste.

Was war die Bedeutung von „Randnotizen“ an diesem neuen Tag für mich? Wenn ich solche Impulse bekomme, beginne ich ein Gespräch mit Gott zu führen. Natürlich nicht laut, sondern in meinen Gedanken. Ich finde diese Zeiten sehr spannend, kommen doch immer wieder ungeahnte Eindrücke oder Sichtweisen, die mir entweder in einer bestimmten Situation den Weg zeigen oder mich auf irgendetwas aufmerksam machen, was für mich und mein Leben wichtig wird. Also bat ich Gott, mir zu zeigen, was er mit diesem Traum und diesem einen Wort sagen wollte.

In meinen Gedanken formte sich ein Bild. Ich sah ein aufgeschlagenes Buch, die Blätter waren mit Text voll bedruckt. Jedes einzelne Blatt war mit einem Datum versehen. Ich verstand, dass dies „mein“ Lebensbuch war. Ich konnte das Geschriebene genau lesen. Es schien eine Art Tagesablauf meines eigenen Tages zu sein. Vom Erwachen angefangen bis zum Ende des Tages standen alle Dinge dort, die ich gedacht, gesagt oder getan hatte. Auch Einflüsse, die von außen an mich heran getragen wurden, waren notiert.  Doch das Interessante daran waren handschriftlich hinzugefügte Notizen, die quer an den Rand des einzelnen Tagesblattes geschrieben worden waren. Ich konnte die Notizen lesen und stellte fest, dass es sich um Erklärungen sowie auch Mut machende Kommentare handelte.

Übrigens spricht die Bibel von Büchern, die für uns Menschen am Ende unseres Erdenlebens relevant sein werden.

Eine Bibelstelle dazu finden wir z.B. in

Offenbarung  20:12

Und ich sah die Toten, die Großen und die Kleinen, vor dem Thron stehen, und Bücher wurden geöffnet; und ein anderes Buch wurde geöffnet, welches das des Lebens ist. Und die Toten wurden gerichtet nach dem, was in den Büchern geschrieben war, nach ihren Werken.

* Quelle Bibelwissen.Bibelthemen.eu

 

und Bücher wurden geöffnet“ bedeutet anscheinend eine Aufzeichnung aller Dinge, die wir getan haben, sei es gut oder schlecht. Hier spricht die Bibel davon, dass jeder Mensch individuell nach seinen Taten gerichtet wird.

„und ein anderes Buch wurde geöffnet, welches das Buch des Lebens ist.“ Von diesem einen überaus relevanten Buch spricht Jesus selbst. Das Buch des Lebens beinhaltet alle Namen der Menschen, die sich mit Jesus in ihrem Erdenleben verbunden haben. Dies können wir genauer

in Offenbarung 20,15 nachlesen wo steht:

Und wenn jemand nicht geschrieben gefunden wurde in dem Buch des Lebens, so wurde er in den Feuersee geworfen.

* Quelle Bibelwissen.Bibelthemen.eu

Die Konsequenz zu einem Leben ohne Jesus ist laut Bibel ein Leben nach dem Tod, jedoch in einem Feuersee, also der Hölle. Dieser Gedanke ist nicht sehr erbaulich.

Doch zurück zu meinem Thema. Es gibt also offensichtlich Bücher, die im Himmel über uns geschrieben werden und unseren Werdegang festhalten. Also gibt es diese auch für mich. Da ich Jesus liebe und seit vielen Jahren mein Bestes zu geben versuche, Ihm zu gefallen, gehe ich davon aus, dass ich im Buch des Lebens eingetragen bin. Doch wie steht es mit „den Büchern“, den Aufzeichnungen über unseren ganzen Lebensablauf.

Ich bat Gott, mir Weisheit zu geben, damit ich verstehen konnte, was Er mir mit „Randnotizen“ sagen wollte. Wer Gott schon selbst kennen gelernt hat, weiß, dass Er  Erklärungen kurz und knapp gibt. So auch dieses Mal. Er brachte mir verschiedene Momente in meinem Leben in Erinnerung, die besonders gravierend für mein weiteres Leben gewesen waren. Diese waren fein säuberlich auf den Blättern des Buches auf notiert. Doch genau in diese Situationen hinein schrieb Gott eigenhändig Seine Notiz dazu.

Diese Erkenntnis war gewaltig.

Ich dachte, ich bekomme eine „einfache“ Erklärung für diesen Traum, doch Gott öffnete mir eine Dimension, die mir schlagartig Herzklopfen verursachte. Dazu muss ich etwas in meine Vergangenheit gehen, um dir das, liebe Leserin, lieber Leser, besser erklären zu können.

 

Des Lebens Lauf

Das Leben ist ja bekanntlich eine lange Geschichte von guten und weniger guten Ereignissen. Und ab und an sind diese so gravierend, dass sie das gesamte Leben auf den Kopf stellen. Ich will in Kürze hier beschreiben, was dies konkret für mich  bedeutet hat.

Seit meiner frühesten Kindheit spürte ich, dass ich irgendwie „anders“ war. Ich konnte es viele Jahrzehnte nicht genau definieren, doch irgendetwas an mir schien nicht „der Regel“ zu entsprechen. Ich werde in diesem Buch einige prägnante Erlebnisse erzählen, die mir im Laufe der Jahre und Jahrzehnte dann letztendlich Erkenntnis darüber gaben, „warum“ ich anders war und bis heute bin. Gleich einem Puzzle mit vielen Einzelteilen setzt sich die Erkenntnis über mein Leben immer weiter zusammen, je älter ich werde.

Inzwischen bin ich fast 60 Jahre alt, hatte ein überaus aufregendes Leben, bin über 40 Jahre verheiratet, habe eine wunderbare Familie und das Wertvollste an allem ist mein Glaube an Jesus geworden. Dieser Glaube schützt mein gesamtes Leben, er trägt durch alle Tiefen und gibt unglaublichen Frieden.

Das erste dimensionale Ereignis, das mir rücksichtslos Grenzen setzte, war ein Burnout, der mich mit gerade einmal 35 Jahren so massiv traf, dass ich jahrelang nicht in der Lage war, meinen Tagesablauf zu regeln. Daraus ergab sich ein Kuraufenthalt, in dem ich zum ersten Mal massiv mit dem Teufel konfrontiert wurde… und gleichzeitig Jesus begegnet bin.

Davon möchte ich dir etwas mehr erzählen, weil ich glaube, dass dieser Lebensstil, den ich geführt hatte und der mich letztendlich für Jahre außer Gefecht setzte, ein Schema für den Großteil unserer heutigen Gesellschaft darstellt.

Ich heiratete mit 18 Jahren, bekam drei  wunderbare Söhne, hatte einen Mann, der im Schichtdienst arbeitete, dazu wohnten die Großeltern meines Mannes mit uns im Haus, die ich bis zu ihrem Tod zu versorgen hatte. Ich war die Einzige, die dies tun konnte, denn mein Mann hatte sonst keine Familie mehr. Dazu hatten wir ein großes landwirtschaftliches Anwesen, das ich zu pflegen und zu bewirtschaften hatte. Anfangs arbeitete ich in Teilzeit in einer Baufirma, bei der ich für den gesamten kaufmännischen Bereich einschließlich der aufwändigen Buchhaltung verantwortlich war. Zu dieser Zeit schrieb man noch alles mit der Hand, Computer gab es noch nicht. Mein „Teilzeit-Job“ war mehr oder weniger ein Vollzeitjob, nur mit gleitender Arbeitszeit, was sehr viel an Improvisation verlangte.

Nach der Geburt unseres dritten Sohnes und nachdem die Großeltern beide gestorben waren, hatte ich die Idee, eine Verkaufsagentur für eines der großen deutschen Versandhäuser in meinem Haus zu eröffnen. Dazu arbeitete ich noch zwei halbe Tage bei einer KFZ-Reparaturwerkstatt. Die Eröffnung der Agentur ließ mich zum ersten Mal meine Grenzen erkennen. Ich hatte ständig Schwindel, meine Ohren hatten Geräusche und meine Nerven lagen oft blank. Dazu hatte ich wie gesagt drei Kinder, zwei davon in der anfänglichen Pubertät und einen dreijährigen, der ständig mit Bronchitis zu kämpfen hatte, was mich oft nächtelang nicht zur Ruhe kommen ließ. Und mein schichtarbeitender Ehemann musste regelmäßig tagsüber schlafen, was fast nicht möglich war, da in meinem Haus ständig Aktivitäten stattfanden. Dies alles setzte mich derart unter Druck, dass mein Körper dann irgendwann auf seine Art einen Notstop einlegte.

Zu diesem Zeitpunkt war die Diagnose Burnout noch nicht allgegenwärtig, wie wir dies heute sehen. Einen Tinnitus und Erschöpfungszustände diagnostizierten die Ärzte meine Beschwerden. So kam ich zu dieser Mütterkur. Ich bin kein Typ, der gerne von zuhause weg geht, also hatte ich bereits bei der Abfahrt meiner Lieben, die mich zur Kur gefahren hatten, Heimweh und heulte dem davonfahrenden Auto hinterher. Diese Einsamkeit verstärkte sich von Tag zu Tag, die Kur hatte keinerlei Erfolg.

Dann kam die Nacht, die mein Leben verändern sollte. In meiner tiefsten Einsamkeit, weg von zuhause, alleine in einem Kurheim-Zimmer im fünften Stockwerk stand ich mitten in der Nacht auf dem Balkon und war der unglücklichste Mensch auf Erden. Es war Hochsommer und die Nacht war immer noch sehr warm. Plötzlich verspürte ich eine Eiseskälte in meinem Nacken und es war mir, als würde jemand in meine Gedanken flüstern: Wenn du da hinunter springst, wird alles gut.“ Mein Herz fing heftig an zu klopfen und ich bekam sehr große Angst. Ich ging zurück in das Zimmer und schloss die Tür. Mein ganzer Körper zitterte und in meinem Mund war keine Spucke mehr, es war furchtbar. Irgendwann war diese schreckliche Nacht  vorbei und ich war froh, als die Sonne aufging.

An diesem Morgen hatte ich einen Massagetermin. Der Masseur fragte mich während der Behandlung, wie es mir ging. Ich erzählte ihm, warum auch immer weiß ich nicht, von der vergangenen Nacht. Die Massage dauerte lange, doch ich bemerkte es nicht. Der Masseur „massierte“ nicht nur meinen Körper, sondern er betete auch für mich, ohne Worte, still für sich, während er meinen Körper bearbeitete. Er stellte mir die alles verändernde Frage: Kennen sie Jesus nicht? Naja, Jesus eben, Weihnachten, Ostern, aber sonst sagte mir Jesus nicht viel. Ich hatte mir noch nie wirklich Gedanken darüber gemacht. Dies sagte ich dem jungen Mann. Worauf er mir erklärte, wer Jesus war und warum wir besser beraten sind, Jesus unser Leben anzuvertrauen. Ich hörte genau zu, nahm jedes Wort wie einen Wassertropfen auf meinem völlig ausgetrockneten Lebens-Schwamm in mich auf. Am Ende kann ich zu spät zum Mittagessen, doch all das war mir völlig egal. Ich hatte Jesus gespürt. Der Mann hatte mir mit so viel Liebe und Hingabe Gottes Sohn erklärt, dass ich total überwältigt in mein Zimmer zurück ging und mich auf mein Bett legte.

Ohne jemals „richtig gebetet“ zu haben, fing ich an, nach Gott zu rufen. Die alles überragende übliche Frage, die alle Menschen stellen, wenn sie nach dem letzten Strohhalm vor dem Ertrinken schreien war auch bei mir: Jesus, wenn es dich wirklich gibt und du mein Freund sein willst, wie der Mann es mir erklärt hat, dann komm in mein Leben!

Ich war sozusagen „reif“ für Glauben und Gott hatte bereits alle Weichen dahin gestellt, dass ich durch andere Menschen diesen Glauben an Gott immer mehr vertiefen durfte. In kurzen Worten möchte ich den weiteren Werdegang meines Lebens mit Gott erzählen, weil ich immer noch fasziniert von Gottes Zeitplan bin. Der Masseur zum Beispiel war als Ersatz eingesprungen, weil die Masseurin des Heimes ins Krankenhaus musste. Nachdem ich am nächsten Tag darum bat, die Kur abbrechen zu dürfen und nach Hause konnte, kam die Masseurin ins Heim zurück und der Masseur reiste ab. Er hat niemanden mehr nach mir behandelt. Gott hatte ihn für mich dahin geschickt.

Zuhause angekommen saß ich auf der Haustürstufe, als mich eine fremde Frau, die aus dem gegenüberliegenden Haus herausgekommen war, ansprach und meinte, sie hätte das Gefühl, sie müsste ich fragen, wie es mir geht. #Ich hatte die Frau noch niemals vorher gesehen. Es war die Schwiegertochter unserer gläubigen Nachbarn, die zum ersten Mal seit 15 Jahren wieder in Deutschland zum Heimaturlaub war. Sie war Missionarin in Brasilien. Gott hatte sie auf mich aufmerksam gemacht.

Ich erzählte ihr meine Geschichte und einen Tag später saß ich auf ihrer Couch und bat sie, das „Übergabegebet“, in dem ich meine Bereitschaft aussprach, mein Leben künftig mit Gott gehen zu wollen, zu beten. Wieder ein paar Tage später bemerkte ich, dass mein Burnout nicht mehr vorhanden war. Meine Kraft und mein Elan waren zurück gekommen, nur das Ohr rauschte noch etwas. es war jedoch erträglich. Dass dies bereits meine erste Heilung war, die mir Gott schenkte, wusste ich damals noch nicht.

Im Nachhinein gesehen, war dieser Burnout das Beste, was mir jemals passiert ist. Nur dadurch wurde ich zu der Person, die ich heute sein darf.

Die Jahre danach

Ich gab meine Arbeitsstelle auf, kündigte die Agentur und begriff endlich, dass Geld und Ansehen im Grunde kein Garant für Gesundheit und ein ausgewogenes Leben sein können. Weiterhin ging ich jedoch meinen Weg mit Gott. Die Nachbarn luden mich zu ihrem wöchentlichen Hauskreis ein und ich erfuhr viel über die Person Jesus und die Kraft des Glaubens. Ich besuchte eine Freikirche, die der evangelischen Landeskirche angeschlossen war, doch Irgendwann reichte mir diese Art von Gottesdienst nicht mehr. Irgend etwas in mir war ständig auf der Suche, Doch was ich im eigentlich suchte, konnte ich nicht definieren. Eine Unruhe belagerte mich, ein Mehr an Glauben und Tiefe war mein Wunsch. 18 Jahre später wurde meine Bitte erhört.  Gott führte mich mit 53 Jahren, fast 20 Jahre nach meiner Lebensübergabe an Jesus, in eine Freikirchliche Gemeinde. Der Gottesdienst dort war genau das, was ich jahrelang gesucht hatte. Ich war glücklich.

Im zweiten Jahr dort konnte ich eine sehr schöne Freizeit in Österreich mit dieser Gemeinde erleben. Ich war zu diesem Zeitpunkt bereits wieder auf der Suche nach „mehr“. Inzwischen wusste ich mehr über Gott und den Glauben, hatte einiges erlebt, zum Beispiel wurden beim ersten Besuch der Kirche meine verkalkten Kniegelenke geheilt.

Während dieser Freizeit hatte ich in der Nacht eine Begegnung mit Gott, wenn man das so sagen kann. Ich möchte dies hier mit einfachen Worten versuchen zu erklären. Für Nichtchristen ist es glaube ich nicht einfach zu verstehen, wenn man sagt, dass Gott geredet hat. Doch es ist tatsächlich so.

Ich hatte an einem Abend ein langes Gespräch mit einer anderen Frau, die ebenfalls an der Freizeit teilnahm. Das Gespräch ging bis spät in die Nacht. In mir jedoch bewegte sich „irgendetwas“. Ich hatte einfach kein gutes Gefühl, jedoch hätte ich nicht sagen können, was dies konkret bedeutete. In jedem Falle ging die Frau dann so gegen ein Uhr nachts auf ihr Zimmer und ich las noch etwas in meiner Bibel. Da hatte ich plötzlich das Gefühl, Gott fing an, mit mir zu reden. Wie ich das beschreiben soll, ist schwierig. Ich spürte eine Art Unmut, so als wäre Gott nicht zufrieden. Eine Art Unruhe in mir, dieses Gefühl, das ich hatte, als die Frau noch bei mir war, wurde jetzt stärker. Ich fing an zu beten und bat, dass Er mir zeigen sollte, warum Er „sauer“ auf mich war.

Ich kann dir versichern, lieber Leser, dass du Gott niemals missverstehen wirst, wenn Er dich anspricht, wie auch immer man dies beschreiben mag. Du wirst wissen, was Er dir zu sagen hat, das ist einfach so. Und wenn wir Gott ernsthaft bitten, uns etwas zu erklären, kommt diese Erklärung immer. So auch in dieser Nacht. Ich werde jetzt einfach schreiben, dass Gott zu mir geredet hat. Es waren keine lauten Worte, sondern ein Verstehen dessen, was Er mir zu sagen hatte. Ich hoffe, du kannst dies so einordnen.

Es kam ungefähr in diesem Wortlaut:

„Wozu bist du hier?“…. Ja wozu war ich hier in diese Freizeit gekommen? Eigentlich wollte ich Gott erleben. Eigentlich wollte ich wissen, wo meine Bestimmung lag. Ich habe sehr viele Begabungen und Talente und die wollte ich schon längere Zeit in Gottes Plan für mein Leben integrieren. Dies sagte ich Gott dann auch laut. Die nächste Frage war genauso punktuell:

„Und warum vergeudest du deine Zeit mit unnötigem Gerede?“… Darauf hatte ich keine Antwort, doch ich verstand, was Gott sagen wollte. Ich war diejenige, die Ihn erleben wollte und die seit langem auf einen Impuls wartete. Anscheinend hatte Gott mich tatsächlich nach Österreich gebracht, um mich auf meinen „Dienst“ für Ihn vorzubereiten. Danach „hörte“ ich nichts mehr und schlief ein. Am nächsten Morgen wollte die Gruppe mit der Seilbahn auf einen Berg fahren. Doch ich bekam die Anweisung:

„Du fährst nicht!“ Also sagte ich meine Teilnahme ab und setzte mich mit meiner Bibel den ganzen Morgen in den schönen Garten des Hotels. Ich bat Gott, mir zu vergeben und mir zu zeigen, was Er für mich gedacht hatte. Ich glaube heute, dass meine Bitte um Vergebung und den Gehorsam, nicht an dem Tagesausflug auf den Berg teilzunehmen, die Tür in eine ganz neue Dimension meines Lebens geöffnet hat. Kaum hatte ich diese Bitte ausgesprochen, hatte jedes Wort, das ich las, eine Bedeutung für mich. Die ganzen Texte redeten so laut zu mir, dass ich anfing zu weinen.

An diesem Morgen bekam ich meine Berufung. Mit 53 Jahren bei einer Freizeit in Österreich. So arbeitet Gott.

Meine Berufung

Ich wusste seit meiner Kindheit, dass ich ohne viel Mühe Musik machen konnte, auch Schreiben fällt mir sehr leicht. In fast allen Bereichen des Lebens bin ich sehr geschickt und kreativ. Außerdem habe ich keine Scheu vor neuen Kontakten mit Menschen und ich kann wunderbar  lange Gespräche führen. Ich teile gerne und bin nicht neidisch oder habgierig, lieber gebe ich etwas von dem ab, was ich habe. Ich mache sehr gerne anderen Menschen eine Freude. Und ich habe einen sehr starken Willen und wenn ich will, ein ungeheures Durchsetzungsvermögen.

Warum ich dies hier so erwähne? Nein ich will mich nicht hervorheben. Ich will dir vielmehr einen Weg zeigen, zu überlegen, welche Eigenschaften du in dein Leben hinein gelegt bekommen hast, die später, wenn du daran Interesse hast, zu deinen Berufungen werden. Ich begriff, dass alles, was mir leicht fällt und Spaß macht, dazu dienen kann, Gott „zu dienen“. Mit den Gaben, den Begabungen, die du hast und die dir sehr leicht fallen, kannst du anderen zum Segen werden. Wobei wir bei meiner Berufung angekommen wären. Noch an diesem Morgen fragte Gott mich:

„Willst du meine Lobpreiserin, meine Anbeterin, eine Fürbitterin werden? Willst du Mir danken? Willst du für Mich schreiben?“

Im Grunde wollte ich in Gottes Bestimmung kommen. Was genau meine Bestimmung war, konnte ich nicht definieren. Doch was um alles in der Welt bedeutete dies? Was war ein Lobpreiser, ein Anbeter, ein Fürbitter? Ich hatte absolut keine Ahnung. Heute weiß ich es besser. Der Weg ist, dass Gott dich fragt. Auch wenn du keine Ahnung davon hast, so hat Er doch einen Plan für dich. Wenn du willst, dann geht Er den nächsten Schritt mit dir.

Ich saß also da im Garten des Hotels in der Sonne und wurde dies gefragt. Ohne zu wissen, was auf mich zukam, habe ich ja gesagt. Ich war glücklich, dass Gott nicht mehr mit mir zürnte und mir endlich eine Aufgabe zugeteilt hatte, die Ihm gefallen würde. Im Laufe der Jahre ist mir beim Lesen der Bibel und verschiedenen Biografien aufgefallen, dass alle am Anfang ihrer Berufung keine Ahnung von dem hatten, was auf sie zukommen würde.

Angefangen vom 1. Buch Mose bis zur Offenbarung, den gesamten Büchern der Bibel, finden wir immer wieder „einfach glaubende“  und gehorsame Menschen, die bereit waren, Gott ohne zu Zögern zu dienen. Selbst in unserer heutigen Zeit können wir dies sogar live miterleben. Menschen hören Gott, bekommen einen „Auftrag“, haben keinerlei Vorkenntnisse oder finanzielle Mittel und glauben einfach, dass dies Gottes Wille sei – und tun! Und es gelingt.

Eines meiner großen Vorbilder ist unser Seniorpastor in meiner Gemeinde, dem Missionswerk Karlsruhe, in die mich der Herr geschickt hat – davon berichte ich später noch. Er hat aus dem Nichts, nur im Glauben eine der größten neuen Freikirchen Deutschlands gebaut. Alles was er hatte war Glauben und eine Familie, die vorbehaltlos mit glaubte und hinter ihm stand. Sonntag für Sonntag und an vielen Tagen dazwischen können wir jetzt in diesem wunderschönen Gebäude unserem Gott die Ehre geben.

Oder noch ein Beispiel, wie man durch Glauben und Gehorsam vielen zum Segen werden kann ist Joyce Meyer, die wohl bekannteste Predigerin in unserem deutschen TV. Aus dem ganz normalen Alltag heraus, mit allen Fehlern und Schwächen, einer völlig verkorksten Vorgeschichte, bekam sie den Ruf zu predigen. Sie hatte keine Ahnung von Predigen, fiel öfter als einmal auf die Nase mit ihren ersten Versuchen, Gott zu gehorchen – aber sie hatte den Glauben und den Willen dazu. Und heute leitet sie eines der größten humanitären Dienste weltweit, predigt fast in jedem Land der Erde über TV und weltweit über Internet Gottes Evangelium. Ab und an sieht man im Nachspann ihrer TV-Sendungen das Ausmaß ihrer Hilfen. Es ist überwältigend. Eines, was sie immer wieder betont ist, Gott zu bitten: „Gib mir, damit ich geben kann!“ Dass Er gibt, ist unübersehbar. Und genau dies ist auch mein Ziel. Ich glaube, ich bin auf einem guten Weg, doch noch lange nicht da, wo ich gerne hin möchte. Aber ich glaube auch, dass Gott den Rest für mich tun wird. Gott hatte mich damals auch gefragt, ob ich für Ihn schreiben wollte, dies hier ist eine der Arbeiten, die mir der Herr auf mein Herz gelegt hat. Nämlich „zu schreiben“ was ich mit Ihm erlebe, um anderen ein Zeugnis Seiner Liebe zu uns zu geben.

Doch zurück zu diesem Morgen in Österreich. Nun hatte ich meine Berufung, doch der Tag hatte anscheinend erst begonnen. Meine Laune war unübertrefflich gut, als die Gruppe wieder zurückkam. Ich konnte jedoch kein Wort über das verlieren, was ich zuvor erlebt hatte. Es war mir auch nicht möglich, mich an den Unterhaltungen der Anderen zu beteiligen. Es war mir, als würde ich in einer anderen Dimension stehen. Und dann am Abend bei der Abendandacht betete unser Pastor Daniel mit jedem von uns. Ich hatte die große Gewissheit, dass Gott noch etwas für mich bereit hatte und auch dieses Gefühl wurde weit übertroffen. Unser Pastor stand vor mir und betete für mich, von der Seite hörte ich einen unserer Diakone beten. Er bat Gott um Seinen Segen für mich, es hat mich tief berührt. Dann hörte ich unseren Pastor folgendes sagen:

„Elke, der Himmel steht offen über dir und du wirst noch vielen zum Segen sein!“

Diese Worte wurden zu dem ersten großen Eckpfeiler in meinem Leben für Gott. Einige kamen im Laufe der Jahre dazu, von diesen berichte ich später noch.

Bis heute stehen diese Worte wie Kraftquellen vor meinem inneren Auge. Der Pastor hatte nicht gesagt: Der Himmel wird ab und zu offen über dir sein… nein – er hatte gesagt:

„Der Himmel STEHT OFFEN ÜBER DIR!“

Das ist ein unumstößlicher Fakt für mich. Ich habe uneingeschränkten Zugang zu Gott, Tag und Nacht, bis ans Ende meiner Tage hier auf der Erde. Und dass ich Vielen zum Segen sein WERDE, nicht vielleicht sein könnte oder irgendetwas Verschwommenes. Nein ich WERDE! Übrigens vorab gesagt, hatte ich mir schon einige Zeit gewünscht, nun endlich „vielen zum Segen sein zu dürfen“. Doch wie macht man das? Indem ich vielleicht einen Bestseller schreibe oder anfange zu predigen? Ich suchte lange nach einer Antwort. In der Silvesternacht 2012 kurz nach Mitternacht betete ich zu Gott und bedankte mich für das vergangene Jahr und bat um Seine Führung für das neue Jahr.

Plötzlich bekam ich einen Gedanken. Wenn ich im kommenden Jahr jeden Tag einem Menschen eine Freude machen würde, dann  wäre ich am Jahresende 365 mal zum  Segen geworden. Dies war eine wunderbare Idee, für die Zukunft „vielen zum Segen zu werden“. Es ist immerhin ein Anfang. „Viele“ wären in meiner Vorstellung wirklich eine große Menge, nicht nur 365.

Es ist erstaunlich, welche vielfältigen Gelegenheiten in der Zeit danach tagtäglich für mich kamen, andere zu erfreuen. So sieht man, dass man in Gottes Willen lebt, dies ist ein gutes Beispiel davon. Es muss nicht die ganze Welt umgekrempelt werden, sondern ganz klein mit Glauben und Gehorsam Gott gegenüber angefangen, kann sich diese Idee zu einem viel Größeren entwickeln. Wer weiß!

Eine meiner Bitten ist zum Beispiel, wenn ich bete, der Herr möge mir „geben“, damit ich „geben“ kann. Dies funktioniert ebenso vielseitig wie es Gelegenheiten gibt, zu helfen.

Die ersten Schritte

Nachdem ich nun also meinen Arbeitsbereich in Gottes Plan für mich bekommen hatte, wollte ich natürlich gleich „in die Vollen“ gehen – und scheiterte kläglich. Immer wieder musste ich zurück zum Anfang. Ich stand vor der Herausforderung „Lobpreis und Anbetung“. Was war der Weg? Ich kannte aus unserer Gemeinde ein paar Menschen, die bekannt für stetiges Gebet waren. Also erkundigte ich mich bei ihnen, wie man Lobpreis und Anbetung „machte“. Ich lernte mit der Zeit, dass Lobpreis und Anbetung nicht „gemacht“ werden kann, sondern dass es ein Lebensstil wird.

Das eindrücklichste Erlebnis hatte ich zu diesem Thema, als innerhalb von kurzer Zeit mehrere gravierende Veränderungen in meinem Leben zu verkraften waren. Seit langem war mein Vater, mit dem ich ein sehr herzliches Verhältnis hatte, sehr krank. Er hatte eine unheilbare, langsam fortschreitende Lungenkrankheit, die letztendlich zum Erstickungstod führte. Gleichzeitig wurde unser Hund schwer krank, er war mein Seelenverwandter, er war ein wahrer Friedensstifter, sehr sensibel und total auf mich fixiert. Ich konnte weder meinem Vater helfen, noch konnte festgestellt werden, was unserem Hund fehlte. Trotz intensiver ärztlicher Behandlung in mehreren Tierkliniken und Einsatz von einer Menge Geld musste ich zusehen, wie der arme Kerl täglich mehr zu leiden hatte. Dies alles brachte mich an den Rand meiner Kräfte. Zu dieser Zeit hatte ich eine schöne Arbeitsstelle in einem Handwerksbetrieb. Mitten in meinen Kummer um meinen Vater und den Hund wurde plötzlich seitens der Geschäftsleitung ständig an mir herumgenörgelt. Obwohl ich seit über 40 Jahren immer in handwerklichen Betrieben gearbeitet hatte und mir die Arbeit dadurch wohlbekannt war, konnte ich plötzlich nichts mehr recht machen. Zuerst wunderte ich mich nur, dann stieg in mir langsam Unbehagen auf. Diskussionen konnte ich mit der Geschäftsleitung nicht führen, ich wurde immer ratloser. Eines Tages sprach mich unser Meister darauf an und fragte mich, ob ich nicht merken würde, dass man für mich eine jüngere Frau einstellen wolle, nämlich die Freundin der Frau meines Chefs. Da erst begriff ich, dass ich gemobbt wurde. Bis dahin war mir diese Art, wie man Menschen behandelt, nur vom Hörensagen bekannt. Ich war geschockt. Genau zu diesem Zeitpunkt starb dann mein Vater. Als ich einen Tag nach der Beerdigung  wieder zur Arbeit ging, wurde ich direkt beim Betreten des Büros derart von der Frau angepöbelt, dass es mir die Tränen in die Augen trieb. Sie wusste, dass ich einen Tag zuvor meinen Vater beerdigt hatte und hatte kein Wort, mir ihr Beileid auszusprechen. Im Gegenteil, sie fing an, mich zu maßregeln und meine Arbeit zu kritisieren. Ich schaute sie ungläubig an, bekam Herzklopfen und in diesem Moment hörte ich laut und deutlich, wie jemand meinen Namen aussprach. Es war die Stimme Gottes in mir. Ich hatte sofort verstanden, was ich jetzt zu tun hatte. Mein Chef stand in der Tür zu seinem Büro und sagte nichts. Ich bat ihn, mit mir in sein Büro zu gehen. Er hatte mich vor einigen Jahren eingestellt, wir kannten uns bereits aus einer Zeit, als er noch in der Ausbildung und unverheiratet war. Ich dachte, ich könnte von ihm erfahren, warum mir seitens seiner Frau so eine Kälte entgegen kam. Also sprach ich ihn direkt an, aber er sagte kein Wort. Und im gleichen Moment hörte ich wieder, wie mein Name laut gesagt wurde. Es war, als würde Gott zu mir sagen: Elke, geh nach Hause! Da wusste ich, dass meine Zeit in dieser Firma soeben abgelaufen war. Ich kündigte fristlos, ging an der Frau vorbei zur Tür, wünschte alles Gute und ging.

Zuhause angekommen setzte ich mich an mein Klavier und spielte Lobpreismusik. Meine Finger glitten einfach so über die Tasten. Innerlich war ich sehr aufgewühlt. Aber ich hatte im Laufe meines Lebens nach meinem Burnout gelernt, Dinge die ich nicht ändern kann, an Gott abzugeben. So saß ich auf meinem Klavierstuhl, spielte Melodien und „redete“ mit Gott. „Herr, ich habe jetzt keine Arbeitsstelle mehr, der Hund kostet so viel Geld, Herr was soll ich denn jetzt nur machen? Bitte Herr, hilf mir!“ Und genau in diesem Moment kam ein Friede in mich, den ich niemals zuvor erlebt hatte. In dieser verfahrenen Situation griff Gott ein. Und auch hier durfte ich wieder erleben, dass Gott immer eingreift, wenn wir uns Ihm zuwenden, unsere Probleme, unseren Schmerz und all die Dinge, die uns zu schwer waren, zu Ihm brachten. Ich erlebte, was Lobpreis und Anbetung in Wirklichkeit bedeuten – eine innigste Beziehung zu Ihm zu pflegen.

Diese enge, vertraute Beziehung hat sich bis heute bewährt. Immer wieder gingen Türen auf, wenn ich keinen Ausweg mehr wusste. Immer kam Hilfe aus Richtungen, die ich niemals zuvor auch nur erahnt hätte.

Und im Übrigen: Die fehlenden Geldmittel, die wir nach meiner Kündigung nicht mehr zur Verfügung hatten, wurden durch Lohnerhöhungen meines Mannes ausgeglichen, also hatte Gott auch hier eine Lösung.

Dies ist ein sehr gutes Beispiel für Gottes Randnotizen zu unserem Leben. Die Menschen gedachten mir zu schaden, aber Gott hatte andere Pläne für mich.

Eine interessante Sache, die ich hier gerne kurz ansprechen würde, war der Werdegang der Firma, aus der ich hinaus gemobbt worden war. In der gesamten Zeit, in der ich dort arbeitete, liefen die Aufträge sehr gut. Ich betete jeden Tag für die Firma und meine Mitarbeiter und ich glaube fest, dass Gott Seine Hand darüber hielt. Das Betriebsklima war hervorragend, alle Mitarbeiter verstanden sich und es herrschte ein sehr gutes Verhältnis zwischen ums und dem Chef. Zu dem Zeitpunkt, als ich gemobbt wurde, hatten wir eine Zusage für ein sehr großes Projekt, das einen ordentlichen Gewinn versprach. Nach meinem Ausscheiden wurde das Objekt teilweise gestoppt, sodass für die eingeplante Zeit plötzlich keine Arbeit vorhanden war, was natürlich auch kein Einkommen nach sich zog. Das zweite Dilemma war, dass der Bauherr die bereits geleisteten Arbeiten nicht zahlte, was einen kleinen Handwerksbetrieb in Kürze in große Schwierigkeiten bringen kann. Einige Monate später erfuhr ich, dass die Ehefrau meines ehemaligen Chefs die Scheidung eingereicht hatte, was zur Folge hatte, dass das Geschäftsvermögen geteilt werden musste. Es erübrigt sich zu erwähnen, was dies für diese Firma bedeutete.

Was denkst du lieber Leser, waren dies alles Zufälle? Oder hatte Gott durch meine „Fürbitte“ für diese Firma Seinen Segen darauf ausgeschüttet? Und nachdem ich ungerechterweise gehen musste, Seine Hand zurück gezogen? Man kann es nicht beweisen, man kann es nur zur Kenntnis nehmen und daraus etwas lernen! Ungerechtigkeit wird immer verlieren.

Eine Stelle in der Bibel spricht davon in

  1. 1. Chronik 16, Vers 22 „Tastet meine Gesalbten nicht an und tut meinen Propheten kein Leid!“

Ich glaube, dass diese Stelle maßgebend davon spricht, dass Gottes Kinder unter Seinem besonderen Schutz stehen. Stellen wir uns vor, wir haben einen wunderbaren Vater, der immer darauf bedacht ist, dass uns niemand etwas Böses tun kann. Nun will uns tatsächlich jemand Schaden zufügen. Was tut der liebende Vater? Genau – er greift ein. Ich durfte die Arbeitsstelle kündigen und hatte trotzdem keinen Mangel. Die Frau hatte an mir ungerecht gehandelt und die Firma sowie auch die Familie wurde zerstört. Endgültige menschlich belegbare Beweise gibt es dafür natürlich nicht, nur Glaube an eine göttliche Macht und an Gerechtigkeit lässt uns das Ausmaß von Gottes Liebe zu uns erkennen. Die Fakten jedenfalls sprechen für sich!

Doch zurück zu meinem Werdegang.

Durch meine nun vermehrte Freizeit konnte ich mich mehr mit meiner Lobpreismusik beschäftigen. Manchmal wache ich mitten in der Nacht auf und habe ein Lied in meinen Gedanken. Ich notiere den Text auf und spiele die Melodie. So sind im Laufe der Zeit über 100 Lobpreis- und Anbetungslieder entstanden. Ein Zeichen dafür, dass ich in Gottes Willen handle. Zwei CD´s habe ich inzwischen aufgenommen. Ich habe tatsächlich die Begabung, mich an mein Klavier zu setzen, ein paar Töne zu spielen und plötzlich entsteht daraus eine wunderschöne Melodie. Während ich noch die Melodie spiele, fallen mir Texte dazu ein. Doch das Schönste daran ist die Anbetung, die durch die Musik entsteht. In dem ich Melodie und Text vereine, bete ich Gott wie von selbst an, weil alle Texte darauf aufgebaut sind. Es ist unglaublich. Es wurde mir im Laufe der Jahre tatsächlich zu einem Lebensstil.

Daraus entstand dann auch die intensive Fürbitte, die mir der Herr aufs Herz gelegt hatte. Ich denke oft an Menschen, die gerade in schwierigen Situationen stecken, sei es Krankheit oder irgendeine andere Unpässlichkeit. Ohne groß darüber nachzudenken gehen meine Gedanken über diese Menschen in ein „Bitten für…“ über. Ich bitte Gott dann, für denjenigen zu sorgen. Ich bete um Hilfe, Heilung oder was in dem speziellen Fall nötig sein könnte. So einfach ist „Fürbitte“, ebenfalls ein Vertrauensverhältnis zu Gott, ein Hinwenden und Vertrauen.

Und das Thema: „Willst du Mir danken?“ ist hiermit ebenfalls abgedeckt. Wenn dir jemand am Herzen liegt, für den du vor Gott bittest und Gott greift ein und ändert die Situation, dann wirst du unweigerlich irgendwann ein DANKE sagen. So fügt sich auch das Danken in diesen Lebensstil ein.

Da fällt mir eine Geschichte ein, die ich hier gerne als Denkanstoß aufschreiben möchte. Wie steht es mit danken, wenn man Gottes Willen nicht verstehen kann und sich die Umstände nicht zu unserer Zufriedenheit entwickeln? Können wir dann auch noch von Herzen danken?

Esther

Esther ist vor kurzem mit 61 Jahren an den Folgen einer Operation gestorben, die notwendig war, weil ihre Krebserkrankung zurück gekommen war.

Esther kannte ich seit über 30 Jahren. Wir hatten vor über 20 Jahren zusammen einen Bibel-Hauskreis gegründet. Esther war Krankenschwester, hatte ein „gläubiges“ Elternhaus, sie liebte Jesus von Herzen. Esthers Vater war ein begnadeter Prediger, dem man nur ein Stichwort geben musste und er legte einem die Bibel aus, wie man es noch niemals gehört hat.

Esther hatte in ganz jungen Jahren schon einen querschnittgelähmten Mann im Rollstuhl geheiratet. Sie hatte ihn bis zu seinem Tod wunderbar versorgt. Esthers Mann starb erst vor vier Jahren.

Esthers Eltern sind vor einigen Jahren aus dem Süden des Landes zu ihr und ihrem Mann gezogen, weil sie bereits die 80 überschritten hatten, um im Notfall von ihr gepflegt werden zu können. Dazu hatte sie ihr Haus altersgerecht umgebaut. Esthers Vater starb ein Jahr vor ihrem Mann. Nun waren die beiden Frauen alleine im Haus.

Vor etwa drei Jahren lernte Esther einen herzlichen Mann kennen, den sie kurze Zeit später heiratete. Er war Witwer, hatte seine Frau durch eine Krebserkrankung verloren. Von den drei Jahren, die sie nun mit einem „gesunden“ Mann verheiratet war, war sie mehr als zwei Jahre an Krebs erkrankt. Sie musste einige Operationen über sich ergehen lassen, Chemotherapie und Bestrahlungen waren notwendig, doch der Krebs war hartnäckig. Sie verbrachte die meiste Zeit im Krankenhaus.

Die ganzen Aufregungen um ihre Tochter brachten ihrer inzwischen fast 90-jährigen Mutter so viel Kummer und Seelenschmerz, dass sie Herzattacken und einen Schlaganfall erlitt. Glücklicherweise – oder sollte man sagen – Gott sei Dank, hatte dieser nur geringe Schäden verursacht, sodass sich die alte Frau wieder erholen konnte, nur um jetzt vor dem Sarg der Tochter stehen zu müssen.

Wie fühlt sich der Mann, der nun zum zweiten Mal Witwer durch eine Krebserkrankung geworden ist.

Wir leben in einem relativ kleinen Dorf und so bleibt es nicht aus, dass man, zwar etwas aus der Ferne, aber trotzdem recht nah, solche Tragödien miterlebt. Ich wusste nichts von Esthers Tod, bis ich um eine Straßenecke bog. An der Hauswand hängt eine Totentafel. Dort werden die Sterbefälle bekannt gegeben. Natürlich schaut man automatisch, wer gestorben ist, da man ja, wie gesagt, jeden im Dorf persönlich kennt. Als ich den Namen Esthers realisierte, überkam mich eine Eiseskälte. Innerlich schrie ich auf, ich war bis ins Mark entsetzt. Wie konnte das sein? Doch nicht Esther, nicht sie. Jeder im Dorf freute sich mit ihr, dass sie nach über 20 Jahren Ehe mit ihrem gelähmten ersten Mann noch einmal einen lieben Mann fand, der die Dinge mit ihr unternehmen konnte, die mit ihrem ersten Mann nicht möglich waren. Nicht sie! Hatte sie doch alle Energie in den letzten beiden Jahren dazu verwendet, der Krankheit zu trotzen. Sie konnte doch jetzt nicht einfach so gestorben sein. Doch dies war Fakt. Unumstößlich Fakt. Auf der Tafel stand schwarz auf weiß ihr Name und der Termin ihrer Beerdigung.

Worin lag der Sinn dieses Lebensendes? Hatte sie nicht verdient, noch ein paar schöne Jahre zu haben?  War es nötig, dem armen Mann dieses schreckliche Schicksal noch einmal zuzumuten? Was wird nun mit der betagten Mutter, die sich auf die Hilfe ihrer Tochter verlassen wollte?

Die ganze Familie von Esther liebt Gott. Ihr zweiter Ehemann liebt Gott. Ihr Vater war ein begnadeter Mann Gottes. Esther hat ihr ganzes Leben damit verbracht, anderen zu dienen. Ich rebellierte innerlich gegen Gott. Ich diskutierte mit ihm, argumentierte. War böse, hilflos, ich hätte laut losheulen können, so übel war mir. Natürlich glaube ich, dass Gott alle Dinge weiß und nie einen Fehler macht. Natürlich weiß ich, dass Gott viel weiter in die Zukunft sehen kann, ja bis zu unserem Ende schon einen Plan hatte, bevor wir geboren wurden. Natürlich weiß ich theoretisch vieles, wenn es um die Liebe Gottes zu seinen Menschen geht. Hatte ich doch im Laufe der Jahre mehr als genug mit ihm erlebt. Aber musste das mit Esther so ausgehen? Meine theoretischen Glaubensrichtlinien zerflossen angesichts dieser Tragik. Es hat einige Stunden gedauert, bis ich wieder halbwegs ruhig wurde.

Ich liebe Gott aus tiefstem Herzen. Und ich weiß, dass er dies auch mit Freude sieht. Es gab viele Begebenheiten in meinem Leben, die grausam waren, wo ich einige Tage brauchte, um sie zu verarbeiten und zu akzeptieren. Aber so einfach konnte ich dieses Mal nicht zum Tagesablauf zurückkehren. Bevor ich nicht eine plausible Erklärung für diese Geschichte bekam, ließ ich Gott keine Ruhe. Er würde mir eine Erklärung dafür geben, warum so etwas eintreten konnte, Gott sieht unsere Herzen, er tröstet und stärkt. Das weiß ich, weil ich es schon mehr als einmal erlebt habe.

Ich setzte mich an mein Klavier und fing an, Lobpreislieder zu spielen. Es war mir nicht möglich, ganze Lieder zusammenhängend zu spielen, also klimperte ich einfach so auf den Tasten herum. Ich schloss die Augen und bat Gott um eine Erklärung.

In meinen Gedanken formte sich ein Satz „Vertraust du mir nicht?“ Was sollte ich dazu sagen? Natürlich vertraute ich ihm. Dann sah ich plötzlich innerlich wieder „das  Buch“, das sich von allein umblätterte. Ich erinnerte mich wieder an die „Randnotizen“. Auch Esther hatte dieses „Buch des Lebens“. Auch sie hatte eine Lebenszeit und Gott schrieb auch in ihr Buch Seine Randnotizen.

Da saß ich nun vor meinem Klavier. Ich überlegte. Was wollte der Herr mir damit zeigen? Hatte dieses Bild irgendetwas mit der Tatsache zu tun, dass Esther nicht mehr unter uns sein würde?

Ja, das hatte es tatsächlich.

Einige Tage später hörte ich von einer meiner Freundinnen, die engeren Kontakt mit Esther und ihrer Familie hatte, dass die Mutter trotz dem großen Schmerz vertrauensvoll auf Gott schaute. Ihre Worte spiegelten mein Bild von dem Lebensbuch wider, denn sie erzählte den mitfühlenden Frauen, die mit ihr am frischen Grab ihrer Tochter standen von der Liebe Jesu, von dem Leben nach dem irdischen Tod und von Gottes Frieden.

Dies sind die wahren Randnotizen. Dies sind die Kraftquellen Gottes in Zeiten, in denen wir meinen, am Schmerz zu zerbrechen. Nein es ist genau anders herum. In diesen Zeiten ist uns Gott näher als wir erahnen können. Er hat das Zepter in der Hand, Er weiß den Weg, die Zeit und den Ausgang der Dinge. Der Mutter war es wichtiger, über Gottes Liebe zu uns zu sprechen, als über ihr Schicksal zu hadern. Das lehrte mich einiges. So gesehen konnte ich den Tod von Esther dann auch für mich einordnen. Ich dankte Gott dafür, dass Er die Mutter und den verwitweten Ehemann tröstete, ich betete Gott wieder aus vollem Herzen an, ich brachte ihm erneut durch meine Lieder Lobpreis. Das Leben ist immer live. In diesen Momenten spürt man es ganz genau.

Ich verstand diese tragische Geschichte  aus einem ganz anderen Blickwinkel. Esther ist jetzt schon da, wo wir alle einmal hin möchten. Gott wird sich um die Mutter und den Ehemann kümmern, dafür müssen wir vertrauen und glauben, dass Er uns nicht im Stich lässt. Und ich kann „fürbitten“ für diese Menschen bitten. Das Leben geht weiter, doch unser Auftrag bleibt. Zwar immer in anderen Konstellationen, aber immer mit dem Grundprinzip, anderen zu dienen.

 

 

 

Nachwort

Alles ist bereits aufgeschrieben, unser ganzes Leben. Doch Gott hat bei jedem einzelnen Punkt in unserem Tagesablauf seine Aufmerksamkeit auf uns gelegt. Er notiert, was er tun würde, er rät uns in bestimmten Situationen so und so zu agieren, er tröstet, berät, stärkt uns,  befreit, macht Mut. Aber er mahnt auch zur Vorsicht, oder er weist uns zurecht.

Als ich um eine Erklärung bat, wie ich es am Anfang dieses Buches erwähnt habe, wurde mir noch folgendes gezeigt: Die ganze Textseite füllte sich nach und nach mit Seinen Randnotizen. Und als Er am Ende des Tages, am Ende des Textes, angekommen war, erkannte ich, dass Er nun, am Ende unseres gelebten Tages, auf eine Reaktion von uns wartete. Ein Dankeschön vielleicht für Bewahrung unserer Familie, oder für eine unerwartete Hilfe. Ich konnte regelrecht fühlen, dass Gott auf unsere Gemeinschaft mit ihm wartete. Er wollte uns im Arm halten, uns Ruhe geben, unsere täglichen Sorgen und Probleme an sich nehmen, damit wir seine Freiheit spüren konnten. Er wollte, dass wir am Ende des Tages ihm diesen Tag zurückgeben, damit wir unsere Aufmerksamkeit auch tatsächlich auf ihn richten konnten. Er wollte uns beschenken.

Natürlich behalten wir trotzdem unseren freien Willen, in jeder einzelnen Situation selbst Entscheidungen zu treffen. Doch Er rät uns aus Seiner Sicht. Sind wir bereit, Seine Vorschläge anzunehmen oder behalten wir unseren eigenen Weg bei. Wer weiß, wie viele Male wir schon den schlechteren Weg gegangen sind, weil wir unsensibel für Sein Reden waren.

Einen anderen Blickwinkel bekommen wir auch, wenn wir uns die Randnotizen näher anschauen. So wie bei dem Verlust meines Jobs, als mein Mann eine Lohnerhöhung bekam. Da stand sicher für mich am Rand die Notiz…“hab keine Angst, Ich sorge für euch!“

Es gibt jede Menge Beispiele für Gottes Randnotizen in meinem eigenen Leben. Diese alle nach und nach aufzuschreiben ist mein Ziel. Gott sagte „Schreibe auf!“ Ich werde dies tun – zu Seiner Ehre – und um euch allen, liebe Leser „zum Segen zu sein“!

Ich hoffe liebe Leserin, lieber Leser, ich konnte dir meine Erkenntnis über Gottes Randnotizen gut erklären und dir in der Form näher bringen, dass du selbst einen Nutzen daraus ziehen kannst. Die wird für mich ein „Fürbittegebet“ werden!

Der Herr segne dich!